Ganz gespannt lese ich jeden Freitag die "Friday Fives" von Buntraum…und ertappe mich dabei, dass ich meine eigene vergangene Woche im Kopf nochmal durchspiele und mir die Momente rauspicke, für die ich dankbar bin. Denn das Leben als Mami von (fast) zweijährigen Zwillingen ist nicht immer so romantisch, wie es die sich Allgemeinheit ("Ooooooh, wie süß…Zwillinge!!!") ganz àla Hollywood vorstellt…
…und genau deswegen, habe ich an diesem heutigen Freitag beschlossen, ebenfalls niederzuschreiben, wofür ich in der letzten Woche dankbar bin und war. Vielleicht werde ich es nicht jeden Freitag zustande bringen, weil das für gewöhnlich der Tag/Abend ist, an dem die Akkus nahe der 0%-Grenze befinden. Oder vielleicht werden es mal nur 3 dieser Momente werden, die ich niederschreibe…wer weiß…
Was das mit meinem Blog zu tun hat? Tja…die richtigen Worte zu finden ist ja auch eine Form der Kreativität! Oder?
1. moderne Kieferorthopädie
Als Angstpatientin ist es mir nach wie vor ein Graus zum Zahnarzt zu gehen. Nach 10 Jahren Zahnspange, beginnend im Alter von 6 Jahren, kenn ich so ziemlich alles, was dir beim Zahnarzt passieren kann. Mit 16 hab ich dann beschlossen, die Zahnspange sein zu lassen. Viele 10tausende Schillinge haben meine Eltern damals in mein Gebiss investiert. Und wofür? Dass mir die Weisheitszähne, die dann mit 19 alle zugleich gekommen sind, sämltiche Korrekturen wieder für die Katz' machen. Danke! 10 Jahre bin ich auf keinem Zahnarztstuhl gesessen, bis mein Mann in mein Leben trat und er damals vor unserer Hochzeitsreise meinte: "Na magst ned mal wieder gehen? Sicher ist sicher!" Und tatsächlich habe ich in seiner Zahnärztin eine gefunden, die auf mich eingeht, mir auch mal über die Wange streicht, wenn's weh tut und mir anschließend sagt, wie tapfer ist war.
Heute hatte ich wieder einen Termin bei ihr und ihrer neuen Kieferorthopädin, da schon einige Zeit der Wunsch nach "wieder-geraden" Zähnen in mir schlummert. Wir haben alles durchbesprochen und eine für mich passende Zahnspangen-Lösung gefunden. Im Juni/Juli geht's los. Und auch wenn ich nunmehr schon 30 Jahre alt bin, ich freu mich drauf!
2. Der Garten
Meine Oase! Ja, es steckt viel Arbeit und Geld drin, aber für mich gibt es nichts schöneres, als bei Schönwetter mit den Kindern in den Garten zu gehen. Wenn sie dann total versunken eine Ameisenkollonie beobachten, während ich den grünen Daumen wüten lasse. Oder wenn sie einfach nur rumtoben und ich im Sonnenstuhl sitze und ihnen dabei zusehen kann. Und sie mir dann eine meiner liebevoll gesetzten Blumen abpflücken und mir bringen, damit ich sie mir hinters Ohr stecken kann. Genau dafür nehm ich die viele Arbeit, die ja eigentlich auch Vergnügen ist, auf mich!
3. meine Heimatpfarre Allerheiligen-Zwischenbrücken
Mit der Taufe wurde ich ein Kind dieser Gemeinde. Nach der Erstkommunion habe ich dort Wurzeln geschlagen, die bis heute anhalten, auch wenn ich längst nicht mehr dort wohne. Sie ist mein Kraftort, meine Heimat, mein Hafen. Dort kann ich sein, wie ich bin und wer ich bin. Dort werde ich aufgrund meiner ehrenamtlichen Tätigkeit geschätzt. Und wenn mir zu Hause mal alles über den Kopf hinauswächst, so hab ich es mir seit Jahren zur Gewohnheit gemacht, dorthin zu "flüchten", irgendwen trifft man immer zum reden. Weil es dort genauso "menschelt" wie überall anderswo. Und das liebe ich so an ihr. Was uns die Zukunft mit "Pfarre Neu" bringen wird, wissen wir alle noch nicht so recht. Aber ich schaue optimistisch in die Zukunft!
4. kinderfreie Tage
Die beschert mir mein Mann ab und an. Er packt dann die Kinder ins Auto und fährt Verwandte oder Freunde besuchen. Und ich bin dann allein zu Hause. Dann wird erstmal Wäsche gewaschen, aufgeräumt, liegengelassenes aufgearbeitet und gewuselt, als gäbe es kein Morgen. Und dann bleiben oft noch so 2-3 Stunden, in denen nichts zu tun ist, bevor die drei Herren nach Hause zurückkehren. Da kann es schon mal passieren, dass ich eine gefühlte Ewigkeit einfach nur dasitze, durch die Gegend schaue, mich an meinem Haus erfreue und den eigenen Gedanken lausche. Und sosososososehr ich Benjamin und Christoph liebe: genau solche Tage brauche ich! Die Akkus sind dann sofort wieder bei 100%!
5. Menschen, die mir nicht reinreden
Am Mittwoch habe ich mit Benjamin und Christoph ihre Brillen aus dem Laden geholt. Ja, sie brauchen tatsächlich Brillen. Ich konnte es selber nicht glauben, als ich diese Diagnose beim Augenarzt gehört habe. Bin quasi verfallen. Mathias und ich haben daraufhin eine zweite Arztmeinung eingeholt, die zu ziemlich demselben Schluss gekommen ist. Also gingen wir Brillen bestellen. Zwar poste ich keine Fotos meiner Kinder auf Facebook, die Brillen hab ich allerdings schon der Welt gezeigt. Woraufhin als erstes ein kritischer Kommentar auf mich zuflog und mich beinahe wieder aus der Bahn geworfen hätte, weil dieses "Du bist eine schlechte Mami"-Gefühl in mir aufgeschreckt wurde. Doch dann kamen andere, positive Kommentare. Die haben dieses Monster-Gefühl wieder verjagd. Gottseidank gibt es solche Menschen. Allen angesprochenen ein herzliches Vergelts-Gott!
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